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Landkreis Karlsruhe

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Zehn Jahre Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe - 18 Millionen Fördergelder in den Landkreis geholt 11.10.2018 


Zehn Jahre besteht die Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel ließ am 9. Oktober im Beisein der Gesellschafter und geladenen Gästen bei einer Feierstunde in der Buhlschen Mühle in Ettlingen die Zeit Revue passieren. „Das absehbare Ende fossiler Brennstoffe und der spürbar gewordene Klimawandel bewog den Landkreis zur Gründung der Agentur, um das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu schärfen“ begründete der Landrat die damalige Motivation. Schon bei seinem Amtsantritt im Jahr 2007 kündigte er an, eine Energieagentur gründen zu wollen. „Mir war es wichtig, dass die öffentliche Verwaltung mit gutem Beispiel vorangeht“, berichtete er den zahlreichen Gästen, darunter die Landtagsabgeordnete Barbara Saebel und sowie als Vertreter der Fraktionen des Kreistags Bürgermeister Sven Weigt (CDU), Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler), Jens Puchelt (SPD) und Willy Nees (FDP).

Als Gesellschafter waren von Anfang an die Stadtwerke Ettlingen und Bretten, die Energie- und Wasserversorgung Bruchsal sowie die EnBW mit im Boot. Als Moderatoren fungierten die Geschäftsführer Eberhard Oehler (Stadtwerke Ettlingen) und Stefan Kleck (Stadtwerke Bretten), die zusammen mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel betonten, dass Umwelt- und Klimaschutz nur „von unten“ gehe. „Man muss die Bevölkerung sensibilisieren, informieren sowie Wege und Möglichkeiten aufzeigen, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten“, so die einhellige Meinung. „Die Quartierskonzepte bei der Nahwärmeversorgung und die Beratungsangebote kommen direkt bei die Bürgerinnen und Bürgern an und schaffen so das notwendige Bewusstsein“, stimmte der Ettlinger Oberbürgermeister Johannes Arnold seinen Vorrednern zu.

Beraten wird die Gesellschaft durch einen Klimaschutzbeirat, in dem sich Vertreter aus der Handwerkerschaft und den Kammern als Impulsgeber einbringen und Wege aufzeigen, wie für die örtliche Wirtschaft Aufträge generiert werden können.

Um die Ernsthaftigkeit zu dokumentieren hatte der Kreistag für den Landkreis Karlsruhe das ehrgeizige Energie-Klimaschutzziel formuliert, bis zum Jahr 2050 eine CO²-freie Energiegewinnung zu haben. Es basiert auf dem maximalen Ausschöpfen des Energieeinsparpotenzials und der Abdeckung des Restenergiebedarfs komplett aus erneuerbaren Energien. Unter dem griffigen Slogan „zeozweifrei“ wird dieses Ziel seitdem Schritt für Schritt verfolgt.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zeigte auf, wie sich die Arbeit in den zehn Jahren verändert hat: Stand hinter der Umwelt- und Energieagentur am Anfang Geschäftsführerin Birgit Schwegle und eine Mitarbeiterin, so arbeiten heute elf Personen für die Agentur. Auch der Inhalt der Arbeit hat sich gewandelt: Während früher die Beratung im Fokus war geht es heute auch um die Umsetzung konkreter Projekte. Der Landrat dankte dem Ministerialdirektor im Umweltministerium Baden Württemberg Helmfried Meinel für die anfängliche Anschubförderung in Höhe von jährlich 30.000 EUR, die er als wichtige Initialzündung bezeichnete, bis der Landkreis in die Grundförderung eingestiegen war. Helmfried Meinel würdigte in seiner Rede die Rolle der Kreise und Kommunen für den Klimaschutz und kündigte an, dass das Land seine Projektförderung fortführt, um das Engagement vor Ort zu unterstützen.

Heute steht die Umwelt- und Energieagentur als Kompetenzzentrum in allen Energiefragen zur Verfügung und aktiviert vor Ort sämtliche zur Verfügung stehende Bausteine, von effizienten Dämm- und Heizsystemen, über Elektromobilitäts-Initiativen bis hin zu Nahwärmeversorgungssystemen in Quartierskonzepten. 29 solcher zusammenhängender Gebiete wurden bereits umgesetzt, an weiteren acht wird aktuell gearbeitet. 1.200 Schulklassen mit 30.000 Schülern wurden unterrichtet, 2.500 Bürger beraten, drei Klimaschutzkonzepte entwickelt, 50 Energiediagnosen für kommunale Liegenschaften erstellt, 200 Mal war die Energieagentur bei Vorträge, Messen oder Kampagnen aktiv. Fast 18 Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Land wurden bislang in den Landkreis geholt. „Auf diese Erfolgsgeschichte sind wir sehr stolz“ resumierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, der zudem darauf hinwies, dass durch jeden Euro Fördergeld ein mehrfaches an Investitionen hervorgerufen werde. Damit mache sich die Agentur nicht nur im Hinblick auf den Klimaschutz bezahlt, sondern ist gleichzeitig auch ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung.

Völlig neue Perspektiven wurde durch die Teilnahme am Bundesprogramm „50 kommunale Klimapartnerschaften“ eröffnet, in dem die partnerschaftlichen Verbindungen des Landkreises Karlsruhe mit der brasilianischen Stadt Brusque im Bundesstaat Santa Caterina auf das Gebiet des Klimaschutzes ausgedehnt wurden. Hier wurden Handlungsprogramme erarbeitet, die ganz konkrete Punkte wie Hochwasserschutz, Elektromobilität, Naturschutz- und Ökosysteme sowie innovative Projekte im technischen Bereich umfassen. Der Landrat nannte hier die innovativen SMIGHT-Stationen - Straßenleuchten, die weitaus mehr können, als nur Licht spenden und mit Elektromobil-Ladestationen, WLAN-Routern sowie Messtechnik zur Erfassung von Umweltdaten wie Luftqualität, Kohlendioxid-Gehalt oder Temperatur ausgestattet werden können.

„Auf dem Weg zum zeozweifreien Landkreis haben wir noch eine ordentliche Strecke vor uns, einen guten Start und die erste Etappe haben wir aber erfolgreich hinter uns gebracht“, sagte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel im Hinblick auf die Zukunft. Alle Redner dankten Geschäftsführerin Birgit Schwegle für die geleistete Arbeit der Umwelt- und Energieagentur.

10 Jahre UEA

Geschäftsführerin Birgit Schwegle (Bildmitte) nahm stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe die Glückwünsche zum zehnjährigen Jubiläum an. Zu den Gratulanten zählten u.a. Ministerialdirektor im Umweltministerium Baden Württemberg Helmfried Meinel (links), Oberbürgermeister Johannes Arnold (2.v.l.) und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (3.v.l.)


 

 
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