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Tuberkulose an zwei Schulen in Bad Schönborn

Tuberkulose an zwei Schulen in Bad Schönborn

In der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn-Mingolsheim ist Ende Mai ein Fall von ansteckender Tuberkulose aufgetreten. Damit zusammenhängend gibt es bisher vier weitere Krankheitsfälle an der Michael-Ende-Schule sowie einen Krankheitsfall in der Franz-Josef-Kuhn Grundschule in Bad Schönborn-Langenbrücken. In drei Fällen an der Michael Ende Gemeinschaftsschule ist allenfalls von einer geringen Ansteckungsfähigkeit auszugehen. Die Laboruntersuchungen zum vierten Fall an der Michael Ende Schule sind noch nicht abgeschlossen.


Alle erkrankten Kinder sind sofort nach Diagnoseerstellung isoliert und behandelt worden. Sie werden erst wieder zum Schulbesuch zugelassen, wenn sichergestellt ist, dass sie niemanden mehr anstecken können.
An beiden Schulen besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko und somit auch kein Grund für eine Einschränkung des Schulbetriebs.
Wie immer in Fällen ansteckender Tuberkulose führt das Gesundheitsamt sogenannte Umgebungsuntersuchungen durch. Dabei werden Personen, die sich angesteckt haben könnten, untersucht, beraten und gegebenenfalls vorbeugend behandelt. Zusammen mit weiteren Maßnahmen soll so eine Weiterverbreitung der Krankheit verhindert werden. Die bei Umgebungsuntersuchungen verwendeten Tests liefern erst acht Wochen nach dem letzten Kontakt mit der ansteckungsfähigen Person verlässliche Ergebnisse.


Da der erstbetroffene Schüler an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn-Mingolsheim hochansteckend war, wurde bereits die erste Umgebungsuntersuchung nicht auf die Klasse des Schülers beschränkt, sondern auf die Lehrer und Schüler der gesamten Jahrgangsstufe ausgedehnt. Um weitere Erkrankungsfälle möglichst frühzeitig zu erkennen, wurde die Untersuchung außerdem unverzüglich und ohne Rücksicht auf die übliche Acht-Wochen-Frist durchgeführt. Schon diese vorzeitig durchgeführte Umgebungsuntersuchung ergab eine hohe Zahl von Ansteckungen.
Das Gesundheitsamt hat deshalb die Untersuchung auf alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9, das Lehrerkollegium sowie die sonstigen Beschäftigten der Schule ausgeweitet. In diese Untersuchung wurden nochmals die Schüler und Lehrer der betroffenen Jahrgangsstufe einbezogen, weil bei deren erster Untersuchung seit dem letzten Kontakt mit dem ansteckungsfähigen Schüler noch nicht die erforderlichen acht Wochen verstrichen waren.
In der erweiterten Umgebungsuntersuchung der gesamten Schule haben sich über alle Klassenstufen hinweg Ansteckungen gezeigt, jedoch mit deutlichen Unterschieden. In der betroffenen Jahrgangsstufe sind 88 % der Mitschüler infiziert, in den anderen Klassenstufen im Durchschnitt 18 %.


Da der betroffene Schüler an der Franz-Josef-Kuhn Grundschule in Bad Schönborn-Langenbrücken nur gering ansteckend war, wurde die Umgebungsuntersuchung auf die Klasse des Schülers und bestimmte weitere Kontaktpersonen beschränkt. Mit der Umgebungsuntersuchung wurde begonnen, nachdem die Wartefrist von acht Wochen verstrichen war. Bei den ersten Ergebnissen konnten in der Klasse keine Ansteckungen festgestellt werden. Dies bestätigt, dass der betroffene Grundschüler nur gering ansteckend war.


Ebenfalls nur gering ansteckend ist der dritte Erkrankungsfall an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule. Entsprechend dem Vorgehen in der Grundschule wird die erforderliche weitere Umgebungsuntersuchung auf die bisher negativ getesteten Schüler und Lehrer der 8. Klassenstufe beschränkt. Die Umgebungsuntersuchung wird durchgeführt, sobald die Wartefrist von acht Wochen verstrichen ist.
Bei den beiden übrigen Erkrankungsfällen ist bisher nicht von einer Ansteckungsfähigkeit auszugehen. Weitere Umgebungsuntersuchungen sind in diesen Fällen bisher nicht erforderlich.


Stand: 20.08.2019

Allgemeine Informationen zu Tuberkulose

Wer sich angesteckt hat, wird nicht automatisch auch krank! Nur etwa 15 % der im Jugendalter Angesteckten erkranken auch im Laufe ihres Lebens, bei Erwachsenen ist dieser Anteil noch geringer. Dieses Risiko kann nochmals gesenkt werden durch eine vorbeugende Behandlung mit ein oder zwei Medikamenten über drei bis neun Monate (je nach Einzelfall).

Wer sich angesteckt hat und nicht erkrankt, kann andere nicht anstecken!  Erst wenn sich eine „aktive Tuberkulose“ entwickeln sollte, und diese so weit fortschreitet, dass die Bakterien Anschluss an die Luftwege bekommen, wird eine Person ihrerseits ansteckend.

Um auszuschließen, dass Personen, die sich angesteckt haben, auch erkrankt sind, werden diese weiter untersucht, u.a. mittels einer Röntgenaufnahme der Lunge.

Die Tuberkulose ist heute in der Regel eine behandelbare und heilbare Erkrankung.

Bei wirksamer medikamentöser Therapie, die mindestens ein halbes Jahr fortgeführt werden muss, besteht i. d. R. bereits nach wenigen Wochen keine Ansteckungsfähigkeit mehr. Das Gesundheitsamt erlaubt den Schulbesuch einer erkrankten Person erst wieder, wenn kein Ansteckungsrisiko mehr zu sehen ist.

Der Übertragungsweg ist in aller Regel das Einatmen von Tuberkulosebakterien, die ein („offen“) Erkrankter zuvor ausgeatmet oder ausgehustet hat. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit hängt dabei wesentlich von der Dauer und Intensität des Kontakts ab („Stunden“). Körperlicher Kontakt als solcher, Berühren gemeinsam genutzter Gegenstände (z.B. Türklinken, Münzen, Touch-Screens), auch das Trinken aus demselben Glas gelten nicht als relevanter Ansteckungsweg. Das Gleiche gilt für oberflächliche Begegnungen auf Fluren oder im Freien, so lange man nicht direkt angehustet oder angeniest wird.

Am gefährdetsten sind somit Menschen, die langdauernd und wiederkehrend dieselbe Raumluft wie der Erkrankte atmen.

Hilfe und Fragen

Wenn Sie über diese Information hinausgehende Fragen haben, können Sie uns anrufen: 0721 936-81 940 oder 0721 936-81 380. Bitte haben Sie Verständnis, wenn es dabei zu Wartezeiten kommen sollte.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose oder anhand der weiteren Links.