Suchtprävention in Kommunen
Kommunen prägen die Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Deshalb sind sie wichtige Partnerinnen bei der Umsetzung von Suchtprävention und Jugendschutz. Diese finden nicht losgelöst statt, sondern dort, wo junge Menschen ihre Freizeit verbringen, zur Schule gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Eine wirksame Suchtprävention stärkt Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, fördert einen verantwortungsbewussten Umgang mit Risiken und macht Jugendschutz im Alltag erlebbar.Die kommunalen Module unterstützen Kommunen dabei, Suchtprävention und Jugendschutz vor Ort zu stärken.
Durch Information, Sensibilisierung und das Engagement von Ehrenamtlichen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren tragen sie dazu bei, das Thema in Vereinen, bei Veranstaltungen und im öffentlichen Leben zu verankern.
Testkäufe
Die für Kommunen im Landkreis angebotenen Testkäufe dienen dazu, Verkaufspersonal beim Alkohol- und Tabakkauf für die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu sensibilisieren und eine zuverlässige Einhaltung des Jugendschutzes sicherzustellen. Die Maßnahme hat zu nachhaltigen positiven Veränderungen bezüglich der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes geführt:
Um für Ihre Kommune Testkäufe zu etablieren, melden Sie sich bei Frau Lechner. Sie übernimmt mit ihrer Firma OutwardPäd die Koordination und Durchführung der Testkäufe im Landkreis Karlsruhe. Ihre Kontaktdaten finden sie unter "Kontakte".
Wir empfehlen für die Großen Kreisstädte zwei Testkauftermine/Jahr, für kleinere Kommunen einen Testkauftermin/Jahr.
Bürgerschaftliches Engagement
Im Rahmen des Bürgerschaftlichen Engagements unterstützen die ehrenamtliche Kräfte die Suchtprävention und den Jugendschutz im Landkreis Karlsruhe innerhalb des Rahmenprogramms Wegschauen ist keine Lösung.
Zum einen gibt es ehrenamtliche Jugendschutzbeauftragte, die sogenannten Kümmerer. Sie unterstützen die Kommunen als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgerschaft bei der Durchsetzung und Einhaltung des Jugendschutzgesetzes im Alltag. Somit tragen ehrenamtliche Jugendschutzbeauftragte zur Suchtprävention in der Kommune bei. Die Kümmerer erhalten eine Aufwandsentschädigung, haben regelmäßige Austauschtermine mit der Suchtbeauftragten und werden zu Hospitationen in Suchthilfeeinrichtungen sowie Fortbildungsangeboten eingeladen.
Im Jugendschutz kann man sich ebenso im Rahmen von Testkäufen (Alter: 16 oder 17 Jahre) engagieren.
Bei Interesse sich ehrenamtlich für den Jugendschutz im Landkreis Karlsruhe zu engagieren wenden Sie sich gerne an uns.
Ehrenamtliche Jugendschutzbeauftragte (Kümmerer)
Kümmerer unterstützen vor Ort - als Schnittstelle zwischen Rathaus und Bürgern - die Suchtprävention und den Jugendschutz. Somit tragen ehrenamtliche Jugendschutzbeauftragte zur Suchtprävention in der Kommune bei. Die Kümmerer erhalten eine Aufwandsentschädigung, haben regelmäßige Austauschtermine mit der Ansprechpartnerin der Koordination Suchtprävention im Bürgerschaftlichen Engagement und werden zu Hospitationen in Suchthilfeeinrichtungen sowie zu Fortbildungsangeboten eingeladen. Bei Interesse an dem Tätigkeitsfeld des Kümmerers für Ihre bzw. in Ihrer Gemeinde wenden Sie sich gerne an uns.
Kommunale Ansprechpartner/-innen für Suchtfragen (KAST)
Durch die Vernetzung mit Kommunalen Ansprechpartner/-innen für Suchtfragen in den Landkreiskommunen (KAST) gelingt es, diese zeitnah über wichtige Neuerungen und Angebote zu informieren und sie in die Planung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen einzubeziehen. Kommunales Problembewusstsein und kommunale Kompetenz sind eine wichtige Grundlage für funktionierende Suchtprävention und Jugendschutz vor Ort. Es finden regelmäßige Abstimmungsgespräche der Suchtbeauftragten mit den kommunalen Ansprechpartner/-innen statt, in denen auch fachliche Inputs gegeben werden.
Suchtprävention in Vereinen
Bedeutung des Jugendschutzes im Vereinsleben
Im Bereich des Jugendschutzes und Suchtprävention haben Vereine eine wichtige Verantwortung. Sie vermitteln einerseits Schlüsselkompetenzen wie Teamgeist und Leistungsbereitschaft, andererseits wird Konsumverhalten im Vereinsalltag vorgelebt. Bezugspersonen im Verein können wesentlich dazu beitragen, dass Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln entwickeln.
Dies stellt eine besondere Herausforderung für Jugendbetreuer und Jugendbetreuerinnen sowie Trainer und Trainerinnen dar, die zugleich viele Fragen aufwirft. Dementsprechend muss Suchtprävention als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden und wahrgenommen werden.
Das trägerübergreifende Präventionsteam im Landkreis Karlsruhe hat im Rahmen der Präventionskampagne „Wegschauen ist keine Lösung“ ein Zertifizierungsverfahren für Vereine entwickelt, um für die lokale Umsetzung des Jugendschutzes als Teil der Suchtprävention im Verein zu werben. Inzwischen konnten über 1200 Zertifikate unter dem Label „Verein aktiv im Jugendschutz“ an Vereine im Landkreis ausgestellt werden.
Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen ist allgegenwärtig, vor allem im Freizeitbereich und somit auch im Vereinsleben. Dies stellt eine besondere Herausforderung für Jugendbetreuer und Jugendbetreuerinnen sowie Trainer und Trainerinnen dar, die zugleich viele Fragen aufwirft. Vereine übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Sie vermitteln den Kindern und Jugendlichen neben den sportlichen Fertigkeiten wichtige soziale Werte und Einstellungen, wie zum Beispiel Teamgeist, Zusammengehörigkeit, gegenseitige Rücksichtnahme, gemeinsames Gewinnen und Verlieren, sich für den anderen anstrengen etc.
Im Bereich des Jugendschutzes und Suchtprävention haben Vereine eine wichtige Verantwortung. Sie vermitteln einerseits Schlüsselkompetenzen wie Teamgeist und Leistungsbereitschaft, andererseits reflektieren sie ihre Vorbildfunktion beim Trinken und Rauchen oft nur unzureichend bzw. sind sich ihrem eigenen Einfluss nicht bewusst.
Suchtprävention ist dann besonders wirksam, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe wahrgenommen wird und von vielen Gruppen und Institutionen wie zum Beispiel Familie, Schule, Verein oder Gemeinde wahrgenommen wird. Eltern, aber auch andere Bezugspersonen außerhalb der Familie können wesentlich dazu beitragen, dass Kinder Schutzfaktoren gegen Sucht bzw. einen verantwortungsvollen Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln entwickeln.
Projekt „7 aus 14 – Vereine aktiv in Suchtprävention und Jugendschutz"
Mit dem Projekt »7 aus 14 - Vereine aktiv in Suchtprävention und Jugendschutz« erhalten Vereinsverantwortliche im Rahmen einer Zertifizierungsschulung Informationen zu Suchtprävention Jugendschutz und den rechtlichen Grundlagen im Vereinsalltag.
Ziel ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit legalen Konsummitteln, insbesondere Alkohol, sowie die Förderung einer Kultur des Jugendschutzes im Vereinsleben.
Nach erfolgreicher Teilnahme und Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen erhalten die Vereine das Zertifikat "Verein aktiv in Suchtprävention und Jugendschutz“.
Um sich zertifizieren zu lassen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Schulung durch die Suchtberatungsstellen
Mindestens eine verantwortliche Person des Vereins nimmt an einer Zertifizierungsschulung teil. Die Zertifizierungsschulungen werden durch unsere Suchtberatungsstellen durchgeführt. Für den mittleren und nördlichen Landkreis schult der bwlv (Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation) und für den südlichen Landkreis der agj (Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e. V.).
2. Checkliste „7 aus 14“
Der Verein setzt mindestens sieben der vierzehn Zertifizierungskriterien um. Hier kann die Checkliste zum Ausfüllen abgerufen werden: Zur Checkliste
3. Einreichung der Unterlagen
Die ausgefüllte Checkliste wird beim Landkreis Karlsruhe eingereicht.
4. Erhalt der Zertifizierung
Nach erfolgreicher Prüfung erhält der Verein die Zertifizierung.
Mobile alkoholfreie Cocktailbar
Gemeinsam mit dem Kreisjugendring wurde eine mobile alkoholfreie Cocktailbar beschafft und gestaltet: Die „Blu:Bar“. Die Bar soll zertifizierten Vereinen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, um den Genuss von alkoholfreien Alternativgetränken attraktiver zu machen. Zu den Buchungsmöglichkeiten
Bestellung Jugendschutzmaterialien
Auszubildende für Jugendschutz
Laut Statistik sind knapp 50 Prozent der Auszubildenden riskant alkoholkonsumierend.
Mit unserer Seminarreihe "Azubi für Jugendschutz" möchten wir Auszubildende und Berufsanfänger frühzeitig für die Suchtvorbeugung und den Jugendschutz sensibilisieren. Zum einen erreichen wir mit dem Konzept eine wichtige Zielgruppe in der Suchtprävention direkt. Zum anderen möchten wir die Auszubildenden motivieren, sich präventiv in ihrer Kommune zu engagieren.
Eine zweite Säule des Moduls „Azubis für den Jugendschutz“ stellt die flächendeckende suchtpräventive Schulung von Auszubildenden intern im Landratsamt dar.
Glücksspiel - Kooperation mit Ordnungsämtern
Um eine nachhaltige Umsetzung der Jugendschutzbestimmungen in Spielhallen zu erreichen, wurde mit den Ordnungsämtern der Landkreiskommunen abgestimmt, mit gemeinsamen Spielhallenkontrollen zusammen mit Fachleuten der Suchthilfe die Effizienz der Kontrollen und damit den Spielerschutz zu erhöhen. Dieses Vorhaben scheiterte leider an einem eingeschränkten Betretungsrecht der Suchthilfeträger. Zudem wurde deutlich, dass die Ordnungsämter mangelnden Spielraum haben, wirksame Geldstrafen für die Nichteinhaltung von Gesetzesregelungen zu erheben.
Um trotzdem in diesem Bereich präventiv tätig werden zu können, werden von den Suchthilfeträgern Schulungen für die Ordnungsämter angeboten, um ein tieferes Verständnis für das Nichteinhalten von Regelungen in Spielhallen zu erhalten und damit im Sinne des Jugendschutzes wirkungsvoller agieren zu können. Außerdem wirken wir in der „AG Gaststätten“, um auch bessere Spielerschutzbedingungen in Gaststätten zu unterstützen.
In der folgenden Übersichtskarte finden Sie die Landkreiskommunen mit ihren bereits umgesetzten und vor Ort integrierten Modulen zum Thema Suchtprävention und Jugendschutz: