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Verfolgung und Deportation in Baden –  Filmische Zeugnisse aus Südwestdeutschland für den Unterricht

Für den Einsatz im Unterricht bietet die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einen besonders wichtigen Zugang zur politischen Bildung und zur Erinnerungskultur. Die folgenden Filme erzählen bewegende, biografisch geprägte Geschichten aus Baden und Südwestdeutschland. Sie zeigen Verfolgung, Deportation und Widerstand – aber auch Mut, Zivilcourage und Menschlichkeit. Die persönlichen Schicksale machen historische Ereignisse greifbar und eröffnen Schülerinnen und Schülern einen emotionalen sowie reflektierenden Zugang zur Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Überlebensberichte jüdischer Zeitzeuginnen aus dem Lager Gurs, die Rettung verfolgter Kinder durch internationale Hilfsorganisationen, die Verfolgung politischer Gegner im KZ Kislau sowie studentischer Widerstand im Umfeld der „Weißen Rose“. Die Filme eignen sich für den Einsatz in Geschichte, Gemeinschaftskunde, Religion/Ethik sowie für Projektarbeit und Gedenktage.

Alle genannten Produktionen sind über unsere SESAM-Mediathek abrufbar.

Die SESAM-Mediathek bietet Lehrkräften kostenfreien Zugang zu qualitätsgeprüften Bildungsmedien – darunter Filme, Dokumentationen, Arbeitsmaterialien und didaktische Begleitangebote. Die Inhalte sind speziell für den Unterricht lizenziert und können rechtssicher gestreamt oder heruntergeladen werden.

Wie wir Gurs überlebten

Sie gehörten zu den wenigen Zeitzeugen, die über ihre Deportation durch die Nazis im Oktober 1940 und ihr Überleben im Lager Gurs in Südfrankreich berichteten: Margot und Hannelore Wicki-Schwarzschild aus Kaiserslautern, Amira Gezow aus Mannheim und Hanna Meyer-Moses aus Karlsruhe. Vor der Kamera haben die vier jüdischen Frauen beschrieben, wie sie als Jugendliche die katastrophalen Zustände im Lager Gurs überstanden haben und von mutigen Helfern vor dem Abtransport nach Auschwitz gerettet wurden. In den vergangenen Jahren sind sie in hohem Alter verstorben. Ihre Berichte werden hier erstmals filmisch aufgearbeitet. Der Film schildert zudem im Detail den Ablauf der Deportation der mehr als 6 500 jüdischen Bürger aus Südwestdeutschland nach Gurs am Fuß der Pyrenäen.

Film "Wie wir Gurs überlebten"

Gurs - Ein Tag im Lager

Die junge Malerin Liesel Felsenthal überlebte die Nazizeit, weil Mitarbeitende ausländischer Hilfsorganisationen sie mit Zustimmung ihrer Eltern aus dem Lager schmuggelten, in Kinderheimen in Südfrankreich vor Nazis und Vichy-Regime versteckten und später nach Palästina brachten. Insgesamt wurden durch ähnliche Hilfsaktionen mehr als 420 Kinder und Jugendliche aus dem Lager Gurs vor dem Abtransport nach Auschwitz gerettet. Der Film erzählt Liesel Felsenthals Geschichte.

Film "Gurs - Ein Tag im Lager"

Schändliche "Schaufahrt" ins KZ

Als langjähriger Innenminister des Landes Baden hat sich Adam Remmele (1877–1951) unerschrocken den Extremisten aller Lager entgegengestellt. Die badischen Nazis sehen daher in ihm ihren Hauptfeind. Gemeinsam mit sechs weiteren bekannten Sozialdemokraten wird Remmele am 16. Mai 1933 im Rahmen einer erniedrigenden "Schaufahrt" vom Karlsruher Bezirksgefängnis in das kurz zuvor errichtete KZ Kislau verschleppt.

Film "Schändliche Schaufahrt ins KZ"

Mutig, standhaft, glaubensstark

Als einstmals sehr aktiver Demokrat ist der Karlsruher Jugendpfarrer Heinz Kappes (1893-1983) in der NS-Zeit vielfältiger Verfolgung ausgesetzt. Wegen seiner Loyalität zum früheren badischen Regierungschef Adam Remmele, den die Nazis ins KZ Kislau verschleppt haben, ist auch Kappes von KZ Haft bedroht. 1936 sieht er sich schließlich gezwungen, mit seiner Frau und seinen vier Kindern nach Palästina auszuwandern.

Film "Mutig, standhaft, glaubensstark"

Mit Flugblättern gegen das NS-Regime

Der Freiburger Philosophie-Student Heinz Bollinger (1916-1990) lässt sich Ende 1942 von seinem Freund Willi Graf dafür gewinnen, Flugblätter der "Weißen Rose" zu vervielfältigen und zu verbreiten. Nachdem Graf und die Geschwister Scholl verhaftet worden sind, gerät auch Bollinger ins Visier der Verfolgungsbehörden und wird zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Erst bei Kriegsende im Frühjahr 1945 kommt er frei.

Film "Mit Flugblättern gegen das NS-Regime"

23.02.2026 
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