Das neue Straßenerhaltungsprogramm ab 2027 im Landkreis Karlsruhe wird entwickelt
Der Winterdienst wird modernisiert
Der Landkreis Karlsruhe arbeitet daran, seine Verkehrsinfrastruktur langfristig zu erhalten und die Verkehrssicherheit auf Straßen und Bauwerken zu gewährleisten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik befasste sich damit in seiner Sitzung am Donnerstag, 15. Oktober, die im Panoramasaal der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft in Karlsruhe stattfand. Im Mittelpunkt stand das Erhaltungsprogramm für Kreisstraßen und Bauwerke für die Jahre 2027 bis 2031 sowie die Weiterentwicklung des Winterdienstes. Während für die Straßenerhaltung und die Sanierung von Bauwerken die aktuellen Zustandserfassungen die Grundlage bilden, stehen beim Winterdienst technische Modernisierung, Wirtschaftlichkeit und eine möglichst umweltschonende Glättebekämpfung im Mittelpunkt.
Im Frühjahr 2026 wurden die Kreisstraßen turnusgemäß messtechnisch erfasst und die Ergebnisse der regelmäßigen Prüfungen der Bauwerke ausgewertet. Auf dieser Grundlage soll das Erhaltungsprogramm für die Jahre 2027 bis 2031 fortgeschrieben werden. Der Ausschuss für Umwelt und Technik nahm die Zustandserfassung zur Kenntnis und beauftragte die Landkreisverwaltung, das Kreisstraßenprogramm auf dieser Grundlage fortzuschreiben. Im Bereich der Straßenerhaltung ergibt sich ein Bedarf von rund zwölf Millionen Euro. Im vorherigen Programmzeitraum 2022 bis 2026 wurden rund elf Millionen Euro investiert, womit der Zustand der Kreisstraßen insgesamt erhalten werden konnte. Vorrang haben auch künftig sehr schlechte Fahrbahndecken. Zusätzlich soll etwa die Hälfte der derzeit als schlecht eingestuften Strecken vorgezogen saniert werden, um einer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken. Größere zusammenhängende Abschnitte sollen bevorzugt und kleinere, wenn möglich, zu wirtschaftlichen Einheiten gebündelt werden.
Der Landkreis ist neben rund 800 Kilometern Straßennetz außerdem für 85 Bauwerke wie Brücken und Durchlässe sowie 95 Stützwände verantwortlich. Mehr als die Hälfte befindet sich in einem guten Zustand, die übrigen Bauwerke sind überwiegend befriedigend bis ausreichend bewertet. Im Erhaltungsprogramm 2022 bis 2026 wurden rund vier Millionen Euro in die Bauwerkssanierung investiert. Für 2027 bis 2031 werden weitere drei Millionen Euro benötigt. Anders als bei Straßen kann bei Bauwerken bereits ein „ausreichender“ Zustand Handlungsbedarf bedeuten, wenn die Verkehrssicherheit betroffen ist.
Die Ergebnisse der Straßenzustandserfassung werden den Städten und Gemeinden in den kommenden Wochen zur Stellungnahme übermittelt. Anschließend werden die konkreten Maßnahmen ausgearbeitet. Das abgestimmte Erhaltungsprogramm soll den zuständigen Gremien im Frühjahr 2027 zur Entscheidung vorgelegt werden.
Der Landkreis ist aber nicht nur für den Erhalt, sondern auch für die Sicherheit auf den Straßen verantwortlich, insbesondere in der Winterzeit, wenn Glättegefahr droht: Für den Winterdienst stehen sechs Großfahrzeuge in den Straßenmeistereien Bretten, Bruchsal und Ettlingen zur Verfügung. Um Einsatzspitzen abzudecken, werden zusätzliche Fahrzeuge mit Fahrern von Fremdunternehmen vertraglich gebunden. In den vergangenen fünf Jahren waren auf diese Weise fast 20 Fahrzeuge im Einsatz. Die Einsatzorganisation wurde in den vergangenen Jahren durch digitale Tourenplanung, temperaturabhängige Streudosierung und automatisierte Einsatzdokumentation weiterentwickelt. GPS-Daten, Streuberichte und Wetterinformationen werden seit rund zehn Jahren standardmäßig erfasst. Bisher setzt der Landkreis standardmäßig Feuchtsalz ein, bei dem Trockensalz mit Sole kombiniert wird. Das aktuelle technische Regelwerk bewertet inzwischen auch die reine Solestreuung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt als zukunftsweisenden Standard. Diese kann den Salzverbrauch weiter reduzieren und die Wirkungsdauer verbessern. Der Landkreis bereitet deshalb die schrittweise Umstellung vor. Entsprechende Anforderungen sind bereits in laufenden Vergabeverfahren enthalten.
Die Soletechnik an den drei Straßenmeistereien ist bereits dafür ausgelegt. Die vorhandenen Tanks mit jeweils 40.000 Litern ermöglichen einen präventiven Einsatz im gesamten Straßennetz allerdings nur eingeschränkt. In Bruchsal und Ettlingen wurden beim Neubau der Salz- und Solelager bereits die baulichen Voraussetzungen für zusätzliche Tanks geschaffen. In Bretten besteht noch eine ältere Salzlagerhalle. Die Winterdienstkonzeptionen sollen überarbeitet und die Tourenplanung mit Blick auf Streuwirkung, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit optimiert werden. Auf dieser Grundlage soll auch über den Ausbau der Solelagerkapazitäten entschieden werden. Zusätzlich prüft das Amt für Straßen ein neues System zur Erfassung von Fahrbahntemperaturen, um die Glätteprognosen zu verbessern. Ein erstes Angebot liegt vor und wird fachlich und wirtschaftlich bewertet: Der Landkreis erwägt eine Beteiligung als Modell-Landkreis. Der Ausschuss für Umwelt und Technik nahm den Sachstand zur Weiterentwicklung des Winterdienstes im Landkreis Karlsruhe zur Kenntnis.