Der Landkreis Karlsruhe senkt den Energieverbrauch seiner Liegenschaften
Der Landkreis Karlsruhe hat den Energieverbrauch seiner kreiseigenen Gebäude weiter reduziert. Das zeigt der Energiebericht 2025, der die Entwicklung von Strom, Wärme und Wasser sowie die damit verbundenen Kosten und CO₂-Emissionen erfasst. Vorgestellt wurde dieser im Verwaltungsausschuss am Donnerstag, 5. November, im Panoramasaal der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Neben dem laufenden Energiemanagement setzt der Landkreis auf energetische Sanierungen, erneuerbare Energien und nachhaltige Wärmeversorgung. Damit werden die Betriebskosten langfristig gesenkt und auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Das Gremium nahm den Bericht zur Kenntnis.
Der Stromverbrauch der kreiseigenen Liegenschaften ging 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent zurück. Dass die Kosten dennoch um 3,8 Prozent gestiegen sind macht die Notwendigkeit deutlich, sich unabhängiger von schwankenden Energiepreisen zu machen. Deshalb baut der Landkreis bei Neubauten und Sanierungen die Nutzung von Photovoltaik aus. Dazu gehören unter anderem die Straßenmeistereien Bruchsal und Ettlingen, das Verwaltungs- und Bildungszentrum KARLA sowie weitere Schulgebäude. An der Straßenmeisterei Bruchsal zeigt sich das Potenzial: Bereits 45 Prozent des Strombedarfs werden mit Photovoltaik gedeckt. Um selbst erzeugten Solarstrom künftig noch besser zu nutzen, entwickelt der Landkreis gemeinsam mit der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe ein Strombilanzkreismodell. Damit sollen überschüssige Strommengen aus Photovoltaikanlagen bilanziell anderen kreiseigenen Liegenschaften zugutekommen.
Auch der Wärmebedarf der kreiseigenen Schulgebäude ist gesunken. Er lag 2025 um fünf Prozent unter dem Vorjahreswert und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Auswertung im Jahr 2001. Mehr als die Hälfte der benötigten Wärme wird inzwischen über Nahwärmenetze bereitgestellt, die überwiegend erneuerbare Brennstoffe wie Holzhackschnitzel und Pellets nutzen. Fünf Kreisliegenschaften sind bereits an entsprechende Netze angeschlossen. Weitere Projekte, unter anderem in Bretten, Forst und Bruchsal, werden unterstützt oder konkretisiert.
Die energetischen Sanierungen der vergangenen Jahre zeigen messbare Wirkung: Über alle betrachteten Liegenschaften hinweg wurde der Energieverbrauch bislang durchschnittlich um 34,6 Prozent reduziert, waseine jährliche Einsparung von rund 783.000 Euro bedeutet. Weitere Einsparungen werden durch anstehende Sanierungen und Neubauten erwartet. Dazu zählen unter anderem die geplanten Maßnahmen an den beruflichen Schulen in Bruchsal und Bretten sowie weitere Bauabschnitte am Beruflichen Bildungszentrum Ettlingen. Auch das KARLA Verwaltungs- und Bildungszentrum wird den Energieverbrauch der kreiseigenen Gebäude nach seiner Fertigstellung deutlich reduzieren.
Für die Sanierung der Wärmeerzeugung an der Ludwig-Guttmann-Schule in Karlsbad hat der Landkreis eine Bundesförderung von 1,3 Millionen Euro erhalten. Das entspricht einer Förderquote von 70 Prozent. Vorgesehen ist eine Kombination aus Sole-Wasser- und Luft-Wasser-Wärmepumpen, die die Schule und das bestehende Therapiebad effizient und umweltfreundlich mit Wärme versorgen soll. Zusätzlich erhielt der Landkreis 2026 eine Förderzusage aus dem Landesprogramm „Klimaschutz-Plus“. Damit wird die Planung einer möglichen Anbindung der Karl-Berberich-Schule an die neue Holzpellet-Heizzentrale der Straßenmeisterei Bruchsal unterstützt.
Begleitet werden die Projekte im Landkreis von der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe . Neben der Energieeffizienz spielen dabei die Auswahl umweltverträglicher Baustoffe, ein sparsamer Ressourceneinsatz und die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes eine wichtige Rolle. Entsprechende Standards sind zugleich Voraussetzung für verschiedene Förderprogramme. Der Landkreis berücksichtigt deshalb bei aktuellen Vorhaben wie der Generalsanierung und dem Teilneubau der Gartenschule Ettlingen sowie bei KARLA die Kriterien des Leitfadens für Nachhaltiges Bauen.
„Der Energiebericht dient nicht nur der Kontrolle des bisherigen Verbrauchs. Er bildet auch eine wichtige Grundlage, um Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren, Einsparpotenziale zu erkennen und Fördermittel für künftige Projekte zu nutzen. Ziel ist es, die kreiseigenen Gebäude wirtschaftlich zu betreiben und den Energieverbrauch langfristig weiter zu senken“, fasste Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zusammen.