Landrat beeindruckt von zahlreichen Infrastrukturvorhaben
Reger Austausch beim Gemeindebesuch in Östringen
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel nutzt seine Gemeindebesuche, die er in regelmäßigen Abständen in allen 32 Landkreiskommunen durchführt, um sich vor Ort über das aktuelle Geschehen zu informieren und sich mit den politischen Akteuren über anstehende Herausforderungen auszutauschen. Beim Gemeindebesuch in Östringen am vergangenen Dienstag, 15. September, stellte ihm Bürgermeister Felix Geider auf einer Rundfahrt die wichtigsten Infrastrukturvorhaben vor. „Trotz angespannter Haushaltslage investieren wir viel, was aber der Stadt langfristig zu Gute kommt: Im Rahmen unseres Beitritts zum Abwasser-Zweckverband Kraichbachniederung geht es um eine Kapazitätserweiterung und Ertüchtigung der Kläranlage in Kronau und den Bau einer Verbindungsleitung von Östringen aus - mit einem Investitionsanteil für Östringen von 13 Mio. Euro. Bei unserem interkommunalen Zweckverband der Wasserversorgung planen wir den Bau einer zweiten Haupt-Förderleitung, was einen Netto-Invest von rund 23 Mio. Euro bedeutet. Besonders freuen wir uns über das neue Baugebiet Dinkelberg IV, unser erstes Neubaugebiet seit über 15 Jahren. Hier entstehen 138 Bauplätze für Einzel- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungsbau“, berichtete der Bürgermeister.
Gut voran schreitet auch das neue Regionalzentrum der Netze BW. Die Projektverantwortlichen führten die Gruppe, der auch zahlreiche interessierte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte angehörten, über das Gelände, das für die zentrale Lagerlogistik genutzt wird und Material, Technik und Einsatzkräfte bündelt. Rund 180 Mitarbeitende sowie 30 Auszubildende werden sich von diesem Standort aus um die Netze in der Region Nordbaden kümmern und die Versorgungssicherheit garantieren.
Ein gemeinsames Projekt mit dem Gesundheitsamt des Landratsamtes stand auch auf dem Programm: Östringen ist Pilotkommune beim bundesweiten Modellvorhaben VERBUND (VERBreitung UND kooperative Umsetzung kommunaler Bewegungsförderung). „Die Stadt Östringen will mit verschiedenen Angeboten Jung und Alt zu Sport und Bewegung motivieren. Im Rahmen des VERBUND-Projekts entsteht der generationenübergreifende „Sport- und Bewegungspark Waldbuckel“ mit einem Kletterfelsen, Calisthenics-Geräte und einiges mehr. Wir bekommen dafür finanzielle Unterstützung durch LEADER-Mittel. Durch die unmittelbare Nähe zu den Hallen des Kraftsportvereins und des Turn- und Sportvereins sowie dem Kindergarten Johannes Bosco entsteht gleichzeitig ein lebendiges Miteinander“, erläuterte Bürgermeister Felix Geider.
Beim anschließenden Gespräch mit den Gemeinderäten ging es um kreispolitische Themen. Auf die Frage aus der Mitte des Gremiums, wie es mit dem Ausbau der Glasfaserversorgung in Östringen weitergeht, nachdem die Deutsche Glasfaser ihren Rückzug verkündet hat, berichtete Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, dass die einzige Option im eigenwirtschaftlichen Ausbau bestehe. Der Landkreis habe ein neues Markterkundungsverfahren durchgeführt und führe Gespräche mit Telekommunikationsunternehmen. „Der Kreis lässt seine Kommunen und seine Einwohnerinnen und Einwohner nicht im Stich, wir bleiben dran“, versicherte der Landrat.
Das gelte auch für die ambulante ärztliche Versorgung. „Seitdem die Kassenärztliche Vereinigung die Betriebszeiten der Bereitschaftspraxen in Bretten und Bruchsal gegen unseren Willen gekürzt hat, werden die Notaufnahmen an den Kliniken von Patientinnen und Patienten regelrecht überflutet. Wir arbeiten mit unseren Kliniken an einer Lösung, damit die Bevölkerung auch außerhalb der regulären Praxiszeiten eine Anlaufstelle hat, wenn Behandlungsbedarf besteht, aber kein Notfall vorliegt. Der neue Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand hat sich glücklicherweise des Themas angenommen und wird mit der Kassenärztlichen Vereinigung Gespräche führen“, informierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel das Gremium. Weiteres Thema war auch der Katastrophenschutz. Landrat und Bürgermeister waren sich einig, dass die kommunale Ebene durch bestens ausgerüstete und ausgebildete Einsatzkräfte sowie den aktuellen Herausforderungen entsprechende Katastrophenschutz- und Einsatzpläne ihre Hausaufgaben gemacht hat. Was fehle, seien belastbare Aussagen von Bund und Land, was aufgrund neuer Bedrohungslagen von den Kreisen und Kommunen zusätzlich erwartet werde. Zum Abschluss dankte Bürgermeister Felix Geider auch im Namen des Gemeinderats Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für den Besuch und den offenen Austausch.