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16.10.2026

Planung für neue Technik in der Integrierten Leitstelle Karlsruhe soll vorangebracht werden

Die Integrierte Leitstelle (ILS) Karlsruhe koordiniert Notrufe und Einsätze von Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz für rund 760.000 Menschen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Um ihre Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten, muss die bestehende Leitstellentechnik erneuert werden. Der Ausschuss für Umwelt und Technik, der am Donnerstag, 15. Oktober, im Panoramasaal der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft in Karlsruhe tagte, nahm den Sachstandsbericht zur Kenntnis. Das Gremium beauftragte die Verwaltung, die Planungen in Abstimmung mit den weiteren Trägern fortzuführen.

Die ILS ist seit 2017 am Standort der Karlsruher Hauptfeuerwache in Betrieb. Dort wurden die frühere Rettungsleitstelle Bruchsal und die Feuerwehrleitstelle Karlsruhe zusammengeführt. Träger sind der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Karlsruhe und der DRK-Kreisverband Karlsruhe e. V. Um die jährlich zwischen 440.000 bis 520.000 Anrufe aufnehmen zu können, arbeiten in Spitzenzeiten bis zu 15 Personen im ILS- Betriebsraum, insgesamt sind 108 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem gemeinsamen Besetzungsmodell beschäftigt.
Neben der Annahme der Notrufe über die 112 koordiniert die Leitstelle den qualifizierten Krankentransport und unterstützt die Einsatzkräfte sowie die beteiligten Gefahrenabwehrbehörden. Neue Kommunikationswege wie die NORA-App, der automatische Notruf E-Call und künftig Real-Time-Text stellen zusätzliche Anforderungen an Technik und Abläufe.

Da betriebsrelevante technische Komponenten nach bestimmten Laufzeiten ausgetauscht werden müssen und die Wartungsverträge aus Gründen der Betriebssicherheit über Ende 2028 beziehungsweise Ende 2029 nicht fortgeführt werden können, ist ein vollständiger Austausch sinnvoll und notwendig. Damit sollen die Betriebssicherheit dauerhaft gewährleistet, die Cybersicherheit gestärkt und die technischen Voraussetzungen für künftige Anforderungen geschaffen werden. Die Vorplanungen für das neue Gesamtsystem und dessen Inbetriebnahme laufen gemeinsam mit den weiteren Trägern und einem Fachplaner. Aufgrund des Umfangs ist eine europaweite Ausschreibung vorgesehen. Auf den Landkreis entfällt nach einer Kostenschätzung ein Investitionsanteil von drei Millionen Euro, welcher voraussichtlich in den Haushaltsjahren 2028 bis 2030 wirksam wird. Auch die Gewinnung und Ausbildung von Fachpersonal bleibt eine Herausforderung. Das Organisationsgutachten zur ILS soll 2027 turnusmäßig fortgeschrieben werden.

Ein im Juli 2026 veröffentlichtes Visionspapier von kommunalen Spitzenverbänden, Feuerwehr- und DRK-Vertretungen sowie Krankenkassen bildet eine neue Grundlage für die Weiterentwicklung der Leitstellenstruktur in Baden-Württemberg. Vorgesehen sind regionale Leitstellenverbünde, die Synergien nutzen und zugleich die lokale Handlungsfähigkeit sichern sollen. Als Größenordnung nennt das Papier etwa 500.000 bis 1,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die ILS Karlsruhe erfüllt diese Voraussetzungen bereits heute. Ihre Zuständigkeit für Stadt und Landkreis mit einem gemeinsamen Rettungsdienstbereich hat sich bewährt. Eine Fusion mit einem weiteren Leitstellenverbund würde den vorgesehenen Größenrahmen überschreiten. Künftig sollen die regionalen Verbünde zudem herstellerübergreifend vernetzt werden, um ihre technische Zusammenarbeit und gegenseitige Absicherung zu verbessern. Die ILS Karlsruhe wird sich an der Entwicklung der dafür erforderlichen Schnittstellen beteiligen.

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