Projekt »Quartiere verbinden - Pflege in Gemeinschaft leben«
Zusammen mit den Modellkommunen Linkenheim-Hochstetten und Rheinstetten entwickelt der Landkreis neue Netzwerke für Pflege und Unterstützung
Wie können auch Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben? Wie können Angehörige entlastet, ehrenamtliches Engagement gestärkt und vorhandene Angebote besser miteinander verknüpft werden? Mit dem Projekt „Quartiere verbinden – Pflege in Gemeinschaft leben“ entwickelt der Landkreis Karlsruhe gemeinsam mit den Modellkommunen Linkenheim-Hochstetten und Rheinstetten Antworten auf diese Fragen.
Das Projekt wird im Rahmen der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ durch das Förderprogramm „Quartiersimpulse“ des Landes Baden-Württemberg mit rund 114.000 Euro gefördert. Der Landkreis gehört damit zu den 16 landesweit geförderten Trägern. Ziel des Projekts ist es, lokale Netzwerke aufzubauen und sogenannte Verantwortungsgemeinschaften zu entwickeln. Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf, pflegende Angehörige, Ehrenamtliche, Vereine, professionelle Dienste und Kommunen sollen dabei enger zusammenarbeiten und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels entwickeln.
In den beiden Modellkommunen werden dazu bestehende Strukturen betrachtet, Bedarfe vor Ort ermittelt und neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt. Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierte sollen dabei von Beginn an einbezogen werden. Geplant sind unter anderem Runde Tische, Dialogveranstaltungen, aufsuchende Gespräche und weitere niedrigschwellige Beteiligungsformate. Auf diese Weise sollen bestehende Angebote besser bekannt gemacht, Lücken erkannt und neue Unterstützungsangebote entwickelt werden.
In Linkenheim-Hochstetten kann das Projekt auf bereits gewachsene Strukturen aufbauen. Die Gemeinde wurde bereits 2017 im Ideenwettbewerb „Quartier der Vielfalt“ des Landes ausgezeichnet. Angebote wie das „Café der Vielfalt“ und regelmäßig stattfindende Mittagstische zeigen, welches Potenzial in bürgerschaftlichem Engagement und gewachsenen Netzwerken steckt. Mit der Förderzusage wird nun beim Diakonieverein Linkenheim-Hochstetten eine Netzwerkkoordination eingerichtet. Gesucht werden zwei Netzwerkkoordinatorinnen beziehungsweise Netzwerkkoordinatoren für jeweils rund fünf Stunden pro Woche auf Minijobbasis. Interessierte können sich per E-Mail an verwaltung@diakonie-liho.de wenden.
Ergänzend entsteht im Rathaus eine Verweisberatung, die Bürgerinnen und Bürgern bei der Suche nach passenden Unterstützungsangeboten hilft.
Ein wichtiger nächster Schritt ist der Auftakt des Runden Tisches „Pflege in Gemeinschaft leben“ am Freitag, 13. November, von 15 bis 17.30 Uhr im Bürgerhaus Linkenheim-Hochstetten, Rathausstraße 1. Eingeladen sind Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierte. Gemeinsam sollen Herausforderungen und Chancen rund um Pflege, Sorge und Unterstützung vor Ort besprochen und erste Arbeitsgruppen gegründet werden. Als mögliche Themen stehen unter anderem ein ehrenamtlicher Fahrdienst und eine bessere Übersicht über vorhandene Angebote im Raum. Anmeldungen und Rückfragen sind beim Diakonieverein Linkenheim-Hochstetten e. V., Markus Ritz, unter Telefon 07247/94110 oder per E-Mail an verwaltung@diakonie-liho.de möglich.
Auch wenn die ersten konkreten Schritte in Linkenheim-Hochstetten und demnächst in Rheinstetten stattfinden, ist das Projekt auf eine Wirkung über die beiden Modellkommunen hinaus angelegt. Die Erfahrungen aus den Modellkommunen sollen ausgewertet und für die weitere Quartiersentwicklung im gesamten Landkreis nutzbar gemacht werden. Die Fachstelle Quartiersentwicklung des Landratsamtes begleitet das Projekt fachlich, koordiniert die Zusammenarbeit und unterstützt den Austausch zwischen den beteiligten Akteuren. Damit sollen erfolgreiche Ansätze nicht auf einzelne Kommunen beschränkt bleiben, sondern auch anderen Städten und Gemeinden im Landkreis als Orientierung dienen.
Der Landkreis schafft mit dem Projekt damit eine Grundlage, um vorhandene Ressourcen besser miteinander zu verbinden und neue Formen der Unterstützung zu entwickeln. Davon können nicht nur ältere Menschen und Pflegebedürftige profitieren. Auch pflegende Angehörige, Menschen mit Unterstützungsbedarf, Ehrenamtliche und Familien können von besseren Informationen, kürzeren Wegen und stärker miteinander vernetzten Angeboten profitieren. Gleichzeitig stärkt das Projekt das bürgerschaftliche Engagement und den sozialen Zusammenhalt in den Kommunen.