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09.06.2026

Die BEQUA gGmbH bringt Menschen auf den Arbeitsmarkt

Breitgefächertes Angebot stabilisiert die wirtschaftliche Situation

Die gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft im Landkreis Karlsruhe (BEQUA gGmbH) unterstützt arbeitssuchende Menschen durch Beschäftigung, Qualifizierung sowie sozialpädagogische Begleitung und Betreuung. Über die Erfolge und Herausforderungen berichtete die Verwaltung im Jugendhilfe- und Sozialausschuss am Montag, 8. Juni, in der Sporthalle von Schloss Stutensee. Die BEQUA gGmbH hat sich in den vergangenen zehn Jahren konsolidiert und in verschiedenen Bereichen neu ausgerichtet. Strukturelle Veränderungen wurden seither kontinuierlich umgesetzt. Neue Aufgabenfelder wie zusätzliche AZAV-Module (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung), die eine intensive Beratung vorsehen, die Weiterentwicklung der Möbelbörse zu einem breitgefächerten Logistikbereich und der Einstieg in den Verpflegungsservice haben zu einer deutlich verbesserten Ertragslage geführt. Auch die bisherigen Kernbereiche wie die Grüngruppen und die Kleider- und Möbelbörsen Ettlingen und Bruchsal wurden erweitert, um den veränderten Bedarfen des Jobcenters gerecht zu werden. Die wirtschaftliche Situation konnte stabilisiert werden – trotz der Auswirkungen von Corona-Pandemie, Ukrainekrieg und Nahost. Aber steigende Betriebskosten und Personalkosten stellen die Gesellschaft künftig vor weitere Herausforderungen. Zudem ist der Standort Bruchsal stark sanierungsbedürftig. Neben einer Lösung hierfür wird auch ein zusätzlicher Standort im Norden des Landkreises geprüft, um die Erreichbarkeit flächendeckend weiter zu verbessern.

Die BEQUA beschäftigt, qualifiziert, fördert, berät und begleitet Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten und beruflichen Hintergründen. Dazu zählen insbesondere Menschen mit Behinderungen, langzeitarbeitslose Menschen mit und ohne Suchtproblematik sowie Flüchtlinge. Menschen mit Vermittlungshemmnissen erhalten passgenaue Unterstützung, um Teilhabe am Arbeitsleben zunächst in einer geschützten Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen und soziale Stabilität zu fördern. „Die BEQUA gGmbH spricht nicht nur über Inklusion und Integration, sondern lebt diese. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied für die Menschen in der Gesellschaft, die Unterstützung benötigen“, betonte Geschäftsführer Ulrich Max bei seinen Ausführungen in der Ausschussitzung. Im Bereich der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung waren im Jahr 2025 insgesamt circa 60 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die BEQUA arbeitet dabei auch mit einer Inklusionsabteilung. „Wir leistet einen wichtigen Beitrag, um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung außerhalb von Werkstätten zu ermöglichen. Für viele Menschen mit Behinderung ist der erste Arbeitsmarkt sonst nur schwer zu erreichen“, ergänzte Ulrich Max. Unterstützt werden die Beschäftigten durch regelmäßige Einzel- und Gruppencoachings. Auch die Beratungs- und Betreuungsangebote für langzeitarbeitslose Menschen wurden in enger Abstimmung mit dem Jobcenter ausgebaut. Ziel der AZAV-Module ist insbesondere der Abbau von Vermittlungshemmnissen, etwa bei Suchtproblemen, Wohnungslosigkeit, Schulden, familiären Belastungen oder psychischen Erkrankungen. Die Vermittlungsquote liegt aktuell bei sieben Prozent. Darüber hinaus bietet die BEQUA gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten an. 76 Prozent der Maßnahmen enden regulär, sechs Prozent der Teilnehmenden werden direkt in Arbeit vermittelt. Im Rahmen des ESF-Projekts „Go Connect“ werden derzeit weitere rund 80 Menschen auf ihrem Weg zurück auf den Arbeitsmarkt begleitet: Als niedrigschwelliges Hilfsangebot richtet es sich an Bürgergeldempfänger, die von sozialer Ausgrenzung betroffen sind oder durch andere Hilfesysteme schwer erreicht werden. Ziel ist die soziale und berufliche Wiedereingliederung. Das Projekt schließt eine wichtige Versorgungslücke im Landkreis Karlsruhe. Seit 2015 engagiert sich die BEQUA zudem intensiv bei der Integration von Flüchtlingen. Zentral ist dabei die Kombination aus Arbeitsgelegenheiten, Coaching und Sprachförderung, die gemeinsam mit dem Amt für Integration bedarfsgerecht weiterentwickelt wurde.

Zu den wichtigsten Arbeitsfeldern der BEQUA zählen die Reinigung von Liegenschaften des Landratsamtes Karlsruhe, die Natur- und Landschaftspflege, Logistik- und Kurierdienste, Möbel- und Kleiderbörsen, die Unterstützung des Katastrophenschutzlagers, der Verpflegungsservice sowie Dienstleistungen für den Abfallwirtschaftsbetrieb. Besonders die Grüngruppen leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz, etwa bei der Pflege von Streuobstwiesen, Bachläufen, Hohlwegen oder Lösswänden. Das Büro für leichte Sprache der BEQUA unterstützt darüber hinaus bei der barrierefreien Kommunikation und gelebten Inklusion durch Übersetzungen und Schulungen.

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