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Fälle von Tuberkulose an Schulen in Bad Schönborn

In der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn-Mingolsheim ist ein Fall von ansteckender Tuberkulose aufgetreten. Damit zusammenhängend gibt es einen weiteren Fall in der Franz-Josef-Kuhn Grundschule in Bad Schönborn-Langenbrücken, bei dem sich eine niedrigere Ansteckungsfähigkeit aktuell bestätigt hat. Beide Kinder sind sofort nach Diagnoseerstellung isoliert und behandelt worden. Seither besteht an beiden Schulen kein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Die erkrankten werden erst wieder zum Schulbesuch zugelassen, wenn sicher keine Ansteckungsfähigkeit mehr besteht. Somit besteht kein Grund für eine Einschränkung des Schulbetriebs. 

Wie immer in solchen Situationen führt das Gesundheitsamt sogenannte Umgebungsuntersuchungen durch. Dabei werden Personen, die sich angesteckt haben könnten, untersucht, beraten und gegebenenfalls vorbeugend behandelt. Zusammen mit weiteren Maßnahmen soll so eine Weiterverbreitung der Krankheit verhindert werden.

Die Umgebungsuntersuchung von Lehrern und Schülern der betroffenen Jahrgangsstufe der Michael-Ende-Schule ergab eine hohe Zahl von Ansteckungen. Derzeit werden zwei dieser Schüler stationär behandelt, bei denen von einer Erkrankung auszugehen ist.

Das Gesundheitsamt wird deshalb die Untersuchung auf alle Schüler der Jahrgangsstufe 5-9, das Lehrerkollegium sowie die sonstigen Beschäftigten der Schule ausweiten. Für diese Personen ist eine verpflichtende Blutuntersuchung (Quantiferontest) vorgesehen, um weitere Ansteckungen im schulischen Umfeld erkennen bzw. ausschließen zu können.

Wichtig:

Wer sich angesteckt hat wird nicht automatisch auch krank!

Personen, die sich angesteckt haben, aber nicht erkranken, sind für andere nicht ansteckend!

Weitere Informationen:

Der Übertragungsweg ist in aller Regel das Einatmen von Tuberkulosebakterien, die ein („offen“) Erkrankter zuvor ausgeatmet oder ausgehustet hat. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit hängt dabei wesentlich von der Dauer und Intensität des Kontakts ab („Stunden“). Körperlicher Kontakt als solcher, Berühren gemeinsam genutzter Gegenstände (z. B. Türklinken, Münzen, Touch-Screens), auch das Trinken aus demselben Glas gelten nicht als relevanter Ansteckungsweg. Das Gleiche gilt für oberflächliche Begegnungen auf Fluren oder im Freien, so lange man nicht direkt angehustet oder angeniest wird.

Am gefährdetsten sind somit Menschen, die langdauernd und wiederkehrend dieselbe Raumluft wie der Erkrankte atmen. Daher wurden bzw. werden u. a. alle Schüler untersucht, die mit dem Erkrankten gemeinsamen Unterricht gehabt haben. Unter diesen hat es bedauerlicherweise eine Reihe von Ansteckungen gegeben. (Die jeweiligen Familien wurden von uns informiert). Auch das familiäre und sonstige Umfeld des Erkrankten wird vom Gesundheitsamt untersucht.

Wer sich mit Tuberkulose angesteckt hat wird nicht automatisch auch krank! Nur etwa 15 % der im Jugendalter Angesteckten erkranken auch im Laufe ihres Lebens, bei Erwachsenen ist dieser Anteil noch geringer. Dieses

Risiko kann nochmals gesenkt werden durch eine vorbeugende Behandlung mit ein oder zwei Medikamenten über drei bis neun Monate (je nach Einzelfall).

Personen, die sich mit Tuberkulose angesteckt haben, aber nicht erkranken, haben dadurch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Und sie sind für andere nicht ansteckend! Erst wenn sich eine „aktive Tuberkulose“ entwickeln sollte, und diese so weit fortschreitet, dass die Bakterien Anschluss an die Luftwege bekommen, wird eine Person ihrerseits ansteckend.

Um auszuschließen, dass Personen, die sich angesteckt haben, auch erkrankt sind, werden diese weiter untersucht, u. a. mittels einer Röntgenaufnahme der Lunge.

Die Tuberkulose ist heute in der Regel eine behandelbare und heilbare Erkrankung.

Bei wirksamer medikamentöser Therapie, die mindestens ein halbes Jahr fortgeführt werden muss, besteht i. d. R. bereits nach wenigen Wochen keine Ansteckungsfähigkeit mehr. Das Gesundheitsamt erlaubt den Schulbesuch einer erkrankten Person erst wieder, wenn kein Ansteckungsrisiko mehr zu sehen ist.

Wenn Sie über diese Information hinausgehende Fragen haben, können Sie uns anrufen: 0721 936-81940 oder 936-81380. Bitte haben Sie Verständnis, wenn es dabei zu Wartezeiten kommen sollte.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose:

https://www.dzk-tuberkulose.de

Stand: 17.07.2019