Sprungziele
Seiteninhalt

Neue Deponie für mineralische Abfälle: Bürgerinnen und Bürger informierten sich über den geplanten Standort

Um frühzeitig und transparent über den aktuellen Stand des Projekts zu informieren, haben der Landkreis Karlsruhe und der Abfallwirtschaftsbetrieb zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Bürgerinnen und Bürger informierten sich am Mittwochabend, 20. Mai, in der Aula der Balthasar-Neumann-Schule in Bruchsal über die Ergebnisse der Standortsuche für die geplante Deponie der Klasse II. Als potenziell geeigneter Standort wurde das Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie in Bruchsal identifiziert. Für die Besucherinnen und Besucher bestand die Möglichkeit, sich an mehreren Informationsständen mit Fachleuten auszutauschen und sich einen ersten Eindruck über das Projekt zu verschaffen. Schwerpunkte waren der technische Betrieb, die Vorgehensweise bei der Standortsuche einschließlich des Kriterienkatalogs sowie der Einbau und Betrieb. Im anschließenden offiziellen Programm erläuterten Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises, des Abfallwirtschaftsbetriebs sowie beteiligter Fachbüros die Hintergründe und Ergebnisse des mehrjährigen Suchverfahrens. In einer Gesprächsrunde wurden unter anderem das weitere Genehmigungs- und Planungsverfahren, die technische Umsetzung des Konzepts sowie mögliche Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr thematisiert. Auch Fragen aus dem Publikum wurden aufgegriffen und mit den Fachleuten diskutiert.

Hintergrund der Planungen ist, dass der Landkreis seit 2005 über keine eigenen Deponiekapazitäten für mineralische Abfälle verfügt und seither mit der Deponie Hamberg im benachbarten Enzkreis kooperiert. Da diese in absehbarer Zeit verfüllt sein wird, müssen langfristig neue Entsorgungsmöglichkeiten geschaffen werden. Geplant ist eine Deponie der Klasse II für mineralische Restabfälle wie Straßenaufbruch, belasteten Bodenaushub, Produktionsrückstände oder auch asbesthaltige Abfälle aus privaten Haushalten. Knut Bühler, Erster Landesbeamter des Landkreises Karlsruhe, betonte die Bedeutung des Projekts: „Die Entsorgung mineralischer Abfälle ist eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb ist es uns wichtig, frühzeitig zu informieren, transparent zu handeln und die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den weiteren Prozess einzubinden.“ Der Prozess startete bereits 2018 mit der Feststellung des Bedarfs eigener Deponiekapazitäten durch den Kreistag. In Zusammenarbeit mit einem beauftragten Ingenieurbüro wurde ein umfangreicher Kriterienkatalog erstellt, der als fachliche Grundlage für die Suche nach einem geeigneten Standort diente. Dieser wurde der Öffentlichkeit bereits im November 2022 vorgestellt mit der Möglichkeit, Hinweise und Anregungen einzubringen.

„Der Kriterienkatalog umfasst drei Kategorien: Ausschlusskriterien, einschränkende Kriterien und ergänzende Kriterien“, erläuterte Carol Adam, Geschäftsführerin des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises Karlsruhe. „Diese wurden auf das gesamte Gebiet des Landkreises angewandt, sodass potenziell geeignete Flächen ermittelt werden konnten.“ Nach Anwendung aller 45 Kriterien wurden im Landkreis sechs Positivbereiche identifiziert und anschließend in einem verbal-argumentativen Vergleich bewertet. Dr. Peter Henigin von der wat Ingenieurgesellschaft mbH stellte die Ergebnisse der Untersuchung vor und erklärte: „Im Ergebnis zeigt sich deutlich, dass sich der Positivbereich Bruchsal im Vergleich der untersuchten Standorte als am besten geeignet herausstellt.“

Informationen zur Deponiestandortsuche sowie eine Übersicht der häufig gestellten Fragen sind online nachlesebar unter www.deponie2.de.

22.05.2026 
Zurück zum Seitenanfang