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Kinder aus suchtbelasteten Familien

Im Rahmen der COA-Aktionswoche "Kindern aus Suchtfamilien eine Stimme geben" werden Anfang Februar 2021 rund 2500 Plakate in Kommunen, Geschäften und bei Trägern aus der Jugend- und Sozialhilfe ausgehängt. Diese Plakate dienen der Sensibilisierung von Kindern aus suchtbelasteten Familien. In dieser besonderen Zeit des Lockdowns, in der sich Kinder nahezu ausschließlich im häuslichen Umfeld aufhalten, sind wir besonders verpflichtet auf die Situation der betroffenen Kinder aufmerksam zu machen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf um bei Bedarf weitere Plakate zu erhalten.

Kindern aus suchtbelasteten Familien kommt im Landkreis Karlsruhe im Rahmen der Suchtprävention eine besondere Aufmerksamkeit zu.

Kinder aus Suchtfamilien werden in der Regel übersehen, es gibt eine hohe Dunkelziffer. Wir wissen, dass jedes siebte Kind mit einem suchterkrankten Elternteil aufwächst und in unserem Landkreis somit ca. 10.500 Kinder betroffen sind. Leider erreichen wir einen großen Teil der Kinder (noch) nicht.

Häufig bleibt die Suchterkrankung lange Zeit ein gut gehütetes Familiengeheimnis mit fatalen Auswirkungen: In der Folge sind ein Drittel der Kinder im Erwachsenenalter auch suchtkrank und ein Drittel erkrankt psychisch.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und gleichzeitig so gravierend, dass die gesunde Entwicklung der Kinder gefährdet ist. 

Was genau erleben Kinder in Suchtfamilien? Permanente Verunsicherung durch das Verhalten des Elternteiles, Eltern, die Bedürfnisse nicht erkennen und die Kinder viel alleine lassen. Die Kinder erleben zu Hause Disharmonie, Unberechenbarkeit, häufig Konflikte und Gewalt. Die Kinder verhalten sich daher oft überangepasst brav und übernehmen zu viel Verantwortung. Der Alltag wird von Gefühlen wie Einsamkeit, Schuld, Ängste und Scham begleitet.

Die Situation der Kinder hat sich bedingt durch die Bedingungen der Corona-Pandemie weiter verschärft.

„Wegschauen ist keine Lösung“ ist unser Grundansatz in der Suchtprävention – besonders bei Kindern aus suchtbelastenen Familien. In diesem Kontext ist es notwendig sich der Not der suchtbelasteten Familie zuzuwenden, die Kinder zu stärken und zu schützen.

Unsere Angebote sind:
  • Kindergruppen in Ettlingen, Bretten und Bruchsal
  • Fahrtkostenpauschalen um für die Kinder die Teilnahme an der Gruppe zu gewährleisten
  • Arbeitskreise „Schulterschluss Nord“ und „Schulterschluss Süd“ in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt: Auf Fachkräfteebene wird die Vernetzung und Kooperation verbessert um suchtbelastete Familien zu erkennen. Häufig zeigen sich die Kinder sich beispielsweise zu angepasst oder beschönigen die Familiensituation aus Scham und Loyalität.
  • Fachkräftefortbildungen und Fachberatung. Ziel ist, trotz des häufig verwirrenden Familiensystems einen klaren Blick auf die Bedürfnisse der Kinder zu bewahren und dem suchtkranken Elternteil adäquate Hilfsangebote zu unterbreiten.

Auch Kinder mit psychisch erkranktem Elternteil sind belastet und benötigen Unterstützung. Nähere Infos erhalten Sie über die Psychiatriekoordinatorin Jutta Stallbommer unter Tel. 0721/ 936 71030.