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Erfolgreiche Bilanz der Bioabfallsammlung im Landkreis Karlsruhe

Für die nächsten Jahre sind keine größeren Veränderungen vorgesehen.

Die getrennte Sammlung von Bioabfall im Landkreis Karlsruhe zeigt positive Effekte. Die Ergebnisse der Evaluation des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) wurden dem Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag, 2. Mai, in der Wagbachhalle in Waghäusel vorgestellt. Das Gremium beschloss auf dieser Grundlage, das aktuelle Angebot aus freiwilliger Biotonne, Bringsystem und Eigenverwertung beizubehalten. Zugleich wurde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, wie die getrennte Bioabfallerfassung weiter optimiert werden kann; denn ab 2025 gilt ein neuer gesetzlicher Anspruch an die Qualität des Bioabfalls. Und auch die Bioabfallmenge soll weiter gesteigert werden.

Seit 2021 wird der Biomüll im Landkreis Karlsruhe über ein Kombisystem aus einer freiwilligen Biotonne, einem Bringsystem und der Möglichkeit zur Eigenverwertung entsorgt. „Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat die Daten der ersten beiden Jahre 2021 und 2022 erhoben, ausgewertet und den Prognosen aus der Bioabfallkonzeption gegenübergestellt. Die meisten Ziele haben wir sogar schon im ersten Jahr übertroffen. Und sowohl die Mengenverhältnisse als auch die Qualität sind positiv“, zog Carol Adam, Leiterin des AWB, eine erste Bilanz. Bereits 89 Prozent aller Grundstücke sind an die getrennte Bioabfallentsorgung angeschlossen. Davon nutzen 71 Prozent das Bringsystem oder die freiwillige Biotonne. Auch das Mengenziel für die Bioabfallerfassung von ursprünglich 10.750 Tonnen wurde in den ersten zwei Jahren mit 13.600 Tonnen im Jahr 2021 und über 14.800 Tonnen im Jahr 2022 übertroffen und liegt damit über dem Landesdurchschnitt. Dabei kommen 21 Prozent der Abfälle über die Biotonne, 50 Prozent über das Bringsystem und 29 Prozent werden eigenkompostiert.

Bei der Restabfallmenge konnte seit Beginn der getrennten Bioabfallerfassung ein deutlicher Rückgang beobachtet werden. Dadurch haben auch viele Kundinnen und Kunden ihre Restmülltonne verkleinert und Kosten eingespart. So wurden im ersten Jahr 93 Kilogramm pro Einwohner Restabfall erfasst, im Jahr 2022 fiel die Menge auf 84 Kilogramm pro Einwohner. Gleichzeitig hat sich auch seine Zusammensetzung positiv verändert: Der durchschnittliche Anteil an organischen Abfällen ist im Restmüll von 68 Kilogramm pro Einwohner auf 40 Kilogramm gesunken.

Bioabfall besteht zum Großteil aus den energiereichen Nahrungs- und Küchenabfällen und zu kleineren Anteilen aus Grünabfällen. Im Landkreis ist nur ein geringer Anteil an Fremdstoffen zu finden. Besonders gut ist die Qualität der Bioabfälle im Bringsystem, was zum Teil auf die kontrollierte Annahme der Abfälle zurückzuführen ist. Mit Blick auf die künftig zulässigen Grenzwerte im Biomüll muss die Qualität weiter gewährleistet werden. Ab 2025 dürfen nicht mehr als drei Prozent Fremdstoffe und ein Prozent Kunststoffe im Bioabfall enthalten sein. Anlagenbetreiber haben bei Überschreiten dieser Werte das Recht, die Annahme zu verweigern.

Die jährlichen Kosten für die getrennte Bioabfallerfassung belaufen sich auf rund 5,7 Millionen Euro, wovon die Einsammlung und der Transport sowie die Verwertungskosten mit circa 4,5 Millionen Euro den größten Anteil ausmachen. Sie bewegen sich damit im prognostizierten Rahmen. Grund dafür ist auch die große Beteiligung der Bevölkerung im Landkreis und die gute Akzeptanz der getrennten Bioabfallsammlung. „Der Anteil an Fehlwürfen ist gering, so dass die Bioabfälle hochwertig verwertet werden können. Gleichzeitig sinkt die Restabfallmenge, die teuer verbrannt werden müsste. Daher sollen die Einwohnerinnen und Einwohner auch künftig die Wahl haben, auf welche der drei Arten des Kombisystems sie ihren Bioabfall entsorgen“, ergänzte Betriebsleiterin Carol Adam.

03.05.2024 
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