Sprungziele
Seiteninhalt

Der Landkreis Karlsruhe vermeidet durch Kooperationen einen Doppelausbau der Infrastruktur für den Glasfaserausbau

Der Glasfaserausbau durch die Breitbandkabelgesellschaft Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) kam in den vergangenen Jahren gut voran: Die Gesamtfördersumme im Landkreis aus Bundes- und Landesmitteln beträgt rund 111,67 Millionen Euro. Damit konnten bereits 7.935 Hausanschlüsse generiert werden. Von 25.000 erreichbaren Kunden profitieren bislang 5.053 aktiv vom kommunalen Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Landkreis. Mit der aktuellen Förderrichtlinie stellt sich die Situation aber schwierig dar: Für Kommunen ist es nahezu unmöglich, eine Förderzusage zum Ausbau von Glasfaserinfrastruktur zu bekommen. Der Ausbau auf eigene Kosten ist finanziell nicht darstellbar. Die Lösung ist ein kooperativer eigenwirtschaftlicher Ausbau durch private Telekommunikationsunternehmen.

„Durch den geförderten Ausbau haben wir Strukturen geschaffen, die uns es jetzt erstmals ermöglichen, mit den Telekommunikationsunternehmen zusammenzuarbeiten. Dabei wird nicht mehr unsere Glasfaser überbaut, sondern von den privaten Telekommunikationsunternehmen genutzt, um die Gebiete zu versorgen, die sie eigenwirtschaftlich erschließen können,“ so Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Damit höre das Rosinenpicken der privaten Unternehmen auf, es entstehe eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und die Städte und Gemeinden erhalten eine zukunftsfähige Glasfaserinfrastrukur in ihren Ortsteilen. Dies begrüßte der Kreistag. Einen zusätzlichen Sachstand zum Glasfaserausbau nahm das Gremium in seiner Sitzung, die am Donnerstag, 2. Mai, in der Wagbachhalle in Waghäusel stattfand, zur Kenntnis.

Der Landkreis und die Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH haben 2023 mit der Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH eine Vereinbarung über den Ausbau getroffen. Diese beinhaltet die Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur im Landkreis. Die Kommunen, die sich für einen Ausbau durch das Unternehmen entscheiden, schließen jeweils einen separaten Kooperationsvertrag ab. Mit dem interkommunalen Konzept und der Vereinbarung mit Deutsche Glasfaser soll ein Überbau vermieden werden. Inzwischen haben rund 75 Prozent der Kommunen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Im vergangenen Jahr hat bereits der Ausbau in den ersten fünf Kommunen begonnen: in Dettenheim, Graben-Neudorf, Hambrücken, Philippsburg und Ubstadt-Weiher.

Seit Anfang 2024 häufen sich die Meldungen, dass die Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH sich aus angekündigten Ausbauprojekten zurückzieht. Im Landkreis will das Unternehmen jedoch an der Vereinbarung festhalten. Die bereits verlegte Infrastruktur ermöglicht einen schnellen Anschluss der Kunden. Die Planung für dieses Jahr sieht vor, die begonnenen Projekte zu größten Teilen fertigzustellen. Im Mai will das Unternehmen die Kommunen sowie die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner über die Pläne für 2025 und 2026 informieren. Neben der Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH gibt es weitere Interessenten für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau im Landkreis. Aktuell finden Gespräche statt, um die den Möglichkeiten zu erörtern.

Gleichzeitig hat die Deutsche Telekom den Überbau bereits erschlossener Gewerbegebiete angekündigt. Die BLK hat mit dieser ausgearbeitet, ihre Produkte ohne doppelten Ausbau über die bereits bestehende Infrastruktur im Landkreis den Kunden anzubieten. Die Kooperation soll im nächsten Schritt finalisiert werden.

Die BLK wurde 2014 mit Sitz in Karlsruhe gegründet. Gesellschafter sind der Landkreis Karlsruhe und die TelemaxX Telekommunikation GmbH. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, eine Versorgung von mindestens 50 Mbit/s in allen Städten und Gemeinden des Landkreises zu erreichen.

03.05.2024 
Zurück zum Seitenanfang