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Neue Bildungsgänge erweitern die Schullandschaft im Landkreis Karlsruhe

Der Bedarf an Schulbegleitung steigt

Mit Bildungsthemen hat sich der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 3. April, im Panoramasaal der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft in Karlsruhe befasst. Insbesondere mit den neuen Bildungsgängen sorgt der Landkreis dafür, regionale Fachkräfte auszubilden und den Bedarf für die Zukunft zu sichern.

Das Gremium stimmte der Einrichtung des Bildungsgangs „Industrieelektriker/-in Betriebstechnik“ an der Albert-Einstein-Schule Ettlingen ab dem Schuljahr 2026/27 zu. Der Berufszweig ist beispielsweise für die Umsetzung von großen Infrastrukturprojekten, die auch derzeit in Berlin beraten werden, essenziell. Geplant ist eine Klasse mit 15 bis 20 Schülern. Darüber hinaus werden im Rahmen von Schulversuchen neue Bildungsgänge etabliert: Die Berufsvorbereitende Einrichtung startet ab dem Schuljahr 2025/26 an der Albert-Einstein-Schule und der Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen. Ebenfalls wird das zweijährige Berufskolleg Ernährungs- und Haushaltsmanagement I an den Beruflichen Schulen Bretten angeboten. Letzteres bietet den Erwerb der Fachhochschulreife sowie die Möglichkeit einer Zusatzqualifikation zum Hauswirtschaftsassistenten.

Das dreijährige Berufskolleg Mode und Design an der Balthasar-Neumann-Schule 2 in Bruchsal steht aufgrund geringer Schülerzahlen vor Herausforderungen: Mit aktuell 15 Anmeldungen für das Schuljahr 2025/26 wurde ein Vorschlag an das Kultusministerium weitergegeben, wie der Bildungsgang aufrechterhalten werden kann. Dies begrüßte der Ausschuss, um den besonderen Ausbildungsgang wohnortnah weiterhin am Schulstandort im Landkreis Karlsruhe anbieten zu können.

Unerfreulich ist dagegen die Entwicklung bei den Schulbegleitungen. Sie sollen Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen bei der Teilhabe am schulischen Alltag unterstützen. Der Bedarf hierfür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, die Zahl der bewilligten Schulbegleitungsmaßnahmen hat sich entsprechend stark erhöht. Während 2018 insgesamt 450 Maßnahmen bewilligt wurden, stieg diese Zahl bis 2024 auf 730 Maßnahmen an – eine Steigerung um über 60 Prozent. Die Kosten beliefen sich dabei auf rund 12,34 Millionen Euro im Jahr 2023, die nahezu allein vom Landkreis zu tragen sind, da das Land im letzten Jahr leidiglich eine Million Euro erstattet hat. Der Verwaltungsausschuss schloss sich der Forderung der kommunalen Landesverbände an, die vollumfängliche Finanzierung der im Schulbetrieb derzeit notwendigen Schulbegleitungen zu übernehmen. Denn ein nicht unerheblicher Teil der Schulbegleitungen ist auch wegen der unzureichenden Lehrerversorgung notwendig. „Dies gilt“, so Landrat Dr. Christoph Schnaudigel „vor allem für unsere Sozialpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Die Landkreise werden hier einmal mehr zum Ausfallbürgen, ohne die Entwicklung tatsächlich beeinflussen zu können.“

04.04.2025 
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