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13.11.2020

Untersuchungen zum Ausbau und der Sanierung der Stadtbahnlinie S4 Karlsruhe - Bretten - Heilbronn

Kreistag vergibt weitere Planungsleistungen an die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft

Auf der Stadtbahnstrecke S4 zwischen Karlsruhe und Heilbronn, die werktags mit über 16.000 Fahrgästen (vor Corona) sehr stark frequentiert ist, sollen weitere Teilstrecken zweigleisig ausgebaut werden. Der Landkreis Karlsruhe hatte die Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG) im Mai 2019 mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Ziel ist die Aufstockung auf vier Züge pro Stunde. Zukünftig sollen ein Eilzug und drei Stadtbahnen (im 20 Minuten Takt) auf der S4 verkehren. Die Ergebnisse der Studie wurden dem Kreistag in seiner jüngsten Sitzung am 12. November in Bretten vorgestellt.

Die Studie kommt zum Schluss, den Bau weiterer zweigleisiger Abschnitte zusammen mit einer grundlegenden Sanierung der zum Teil sehr alten Schieneninfrastruktur und dem barrierefreien Umbau der Haltestellen abzuwickeln. Für den Ausbau ist es hilfreich, dass bereits beim Bau der Strecke ab dem Jahr 1992 ein zweigleisiger Betrieb vorgesehen war und so weitestgehend durchgängig Platz für zwei Gleise vorhanden ist. „Mit dem Beginn des zweigleisigen Ausbaus rechnen wir realistisch ab 2025. Voraussetzung ist eine gesicherte Finanzierung unter Anderem mit Fördermitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und die Durchführung der notwendigen Planfeststellungsverfahren ohne nennenswerte Verzögerungen. Der gesamte zweigleisige Ausbau wird voraussichtlich unter Vollsperrung durchgeführt, die bis zu einem Jahr dauern kann. Wir werden uns darüber frühzeitig mit dem Netzbetrieb und dem Land Baden-Württemberg sowie der Nahverkehrsgesellschaft NVBW abstimmen“, führte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel aus. Bereits ab dem Jahr 2021 werden einzelne Haltepunkte an der Strecke barrierefrei umgebaut, beispielsweise die Haltepunkte Bretten-Schulzentrum, Bauerbach und Zaisenhausen. Dadurch werden bauliche Synergieeffekte im Zusammenhang mit stattfindenden Sanierungsarbeiten genutzt. Ab 2022 soll die Migration der Signaltechnik in den Bahnhöfen Sulzfeld und Eppingen erfolgen und die Deutsche Bahn plant den barrierefreien Umbau des Bahnhofs Bretten voraussichtlich 2023.

Die Baukosten für den zweigleisigen Ausbau werden auf rund 58 Mio EUR beziffert, zuzüglich Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten in Höhe von 20% der Baukosten sowie 4% der Baukosten für Prüfkosten und Gebühren. Nach aktuellem Stand ist die Maßnahme gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz förderfähig. Der Bund wird die zuwendungsfähigen Baukosten voraussichtlich zu 75 % und das Land zu 12,5 % fördern. Darüber hinaus sind 10 % der zuwendungsfähigen Baukosten als Planungskostenpauschale ebenfalls förderfähig.

Der Kreistag des Landkreises Karlsruhe stimmte den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie zu und beauftragte die AVG mit der weiteren Planung.