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Partnerschaften des Landkreis Karlsruhe

Deutsche Partnerschaften

Die Deutsch-Deutsche Partnerschaft mit dem sächsischen Landkreis Mittelsachsen besteht seit 1990. Nach dem Mauerfall galt es, möglichst schnell finanzielle und praktische Hilfestellung beim Verwaltungsaufbau der Kommunen zu erzielen. Der Landkreis Karlsruhe leistete Unterstützung in allen Verwaltungsbereichen, um den Kreis Mittelsachsen an die Verhältnisse eines westdeutschen Landkreises anzupassen. 2002 wurde der sächsische Partnerkreis vom Hochwasser betroffen und erfuhr, neben praktischer Hilfeleistung wie Spenden und Sachspenden, auch direkte Hilfe durch Feuerwehr und Rettungsdienste und eine große persönliche und menschliche Solidarität aus dem gesamten Kreisgebiet.

Englische Partnerschaften

Der Landkreis Karlsruhe hat sich schon in den 60er Jahren für die Förderung kommunaler Partnerschaftsbeziehungen eingesetzt. Bereits 1964 wurde zwischen dem damaligen Landkreis Bruchsal und der Grafschaft Monmouthshire in Wales/Großbritannien eine Partnerschaft gegründet, die 1978 zwischen dem Landkreis Karlsruhe und der Grafschaft Gwent erneuert wurde. In dieser Zeit entstanden sieben offizielle Städtepartnerschaften. Aufgrund neuer Verwaltungsreformen in der walisischen Partnerregion wurde die Landkreispartnerschaft mit den Bezirken Monmouthshire und Torfaen weitergeführt. Während in den bestehenden Städtepartnerschaften ein regelmäßiger kultureller Austausch auf Vereins-, Schul- und Sportebene stattfindet, finden auf Verwaltungsebene zur Zeit leider keine Partnerschaftsbegegnungen statt.  

Israelische Partnerschaften

Seit 1992 besteht die Partnerschaft mit Sha'ar HaNegev in Israel, die als außereuropäisches Freundschaftsbündnis begann und am 13. November 2009 von Landrat Dr. Schnaudigel und seinem israelischen Amtskollegen Mayor Alon Schuster als offizielle Partnerschaft unterzeichnet wurde. Seit den Anfängen besteht zwischen dem Landkreis Karlsruhe und Sha’ar Hanegev eine intensive und dauerhafte Freundschaft, die in regelmäßigen Kontakten auf Verwaltungs-, aber auch kultureller und wirtschaftlicher Ebene ihren Niederschlag gefunden hat. Aus dieser Partnerschaft sind weitere Aktivitäten und Institutionen entstandenen:

  • 1994 die Gründung des Deutsch-Israelischen Freundeskreises im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e. V. mit regelmäßigen Veranstaltungen im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe
  • 1996 der jährlich stattfindende deutsch-israelische Jugendaustausch, der seit 2009 im Beruflichen Bildungszentrum in Ettlingen verankert ist
  • ein regelmäßiger Austausch der Verwaltungen in mehrjährigen Projekten:
  • 2012 - 2017 Umgang mit Krisenlagen/Bevölkerungsschutz
  • 2017 - 2020 Projekt „senior citizens“ 
  • Ab 2020 Projekt „Schule und Bildung“

Die Region Sha´ar HaNegev, die im Westen durch den Gaza-Streifen begrenzt wird, zählt zu den bestentwickelten Bezirken Israels und liegt zwischen den Städten Ashkelon im Norden und Beer Sheba in der Negev-Wüste. Sie besteht aus 10 Kibbuzim, einem Moshav und einer Beduinengemeinde.

Der Deutsch-Israelische Jugendaustausch ist seit 2009 in den drei Schulen des Beruflichen Bildungszentrum Ettlingen angesiedelt und wird vom Dezernat II, Amt für Schulen und Kultur organisiert und durchgeführt. Seit dieser Zeit finden die beiden Jugendbegegnungen im Landkreis Karlsruhe und in Israel innerhalb eines Jahres statt und werden von Lehrerinnen und Lehrern des Beruflichen Bildungszentrums Ettlingen und einer Vertretung aus dem Landratsamt betreut. Dank der Unterstützung der Schulleitungen und des persönlichen Einsatzes und Engagements der betreuenden Lehrer des Beruflichen Bildungszentrums Ettlingen ist der deutsch-israelische Jugendaustausch ein großer Erfolg.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Deutsch-Israelischen Jugendaustausch, die für jeweils eine Woche in den Familien ihrer jeweiligen Partner untergebracht sind, lernen das intensive Gemeinschaftsleben der jeweiligen Gesellschaftskultur kennen und bekommen einen deutlichen Eindruck von Alltag, Religion und Lebensgewohnheiten. Bei beiden Jugendbegegnungen wird im jeweiligen Land ein interessantes Besuchs- und Besichtigungsprogramm geboten.

Ein reger gegenseitiger Austausch der Verwaltungen ergab sich im August 2012 aus einer gemeinsam erlebten Hochwasserschutzübung im Bereich des Bevölkerungsschutzes, aus dem sich das Projekt „Umgang mit Krisen im internationalen Vergleich“ entwickelte, das bundesweite Beachtung fand und vom Deutschen Feuerwehrverband mit der „Medaille für Internationale Zusammenarbeit“ ausgezeichnet wurde. Seit 2017 kooperieren beide Verwaltungen unter dem Arbeitstitel "Senior Citizens" im Hinblick auf Strategien zur Betreuung älterer Menschen. Als nächstes Kooperationsprojekt will man sich ab 2020 dem Bereich "Schule und Bildung" widmen.

Brasilianische Partnerschaften

Die neueste partnerschaftliche Verbindung des Landkreises Karlsruhe wurde im Jahr 2012 mit der südbrasilianischen Stadt Brusque in Santa Catarina  gegründet. Hintergrund dieser historisch wie kulturell besonderen kommunalen Freundschaftsbeziehung ist die Auswanderung vieler badischer Familien aus dem heutigen Gebiet des Landkreises Karlsruhe nach Südbrasilien, in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Familien, die zumeist in den Bundesstaaten Parana, Santa Catarina und Rio Grande do Sul leben, haben sich bereits über 150 Jahre die deutsche Sprache, Kultur und Traditionen, aber auch zahlreiche persönliche Kontakte ins Badische erhalten. Häufig finden sich noch bekannte Familiennamen wie Baumgärtner, Bohn, Riffel, Schäfer, Schlindwein oder Schmitt. Eine Städtepartnerschaft besteht auch seit 2010 zwischen der Gemeinde Karlsdorf-Neuthard und Guabiruba, in Santa Catarina. Unterstützt werden die Kontakte nach Brusque durch die Badisch-Südbrasilianische Gesellschaft mit Sitz in Karlsdorf-Neuthard.

Seit 2012 findet in jedem Jahr ein Jugendaustausch mit den beruflichen Gymnasien in Bruchsal und Bretten und den staatlichen Schulen in Brusque und Guabiruba statt. Ziel des Austausches ist die Vertiefung der gemeinsamen Wurzeln und Traditionen, sowie Förderung der deutschen Sprache.                                                                                   

Eine 2015 von beiden Regionen unterzeichnete Klimapartnerschaft hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Die bilaterale Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Karlsruhe und Brusque beinhaltet verschiedene Handlungsinitiativen und Klimaprojekte zum nachhaltigen Klimaschutz. Mit den anlaufenden Kooperationsprojekten zwischen dem KIT, Karlsruhe und der Universität Unifebe, Brusque, der Anknüpfung wirtschaftlicher Kontakte, dem Ausbau der Projektarbeit im bilateralen und multilateralen Bereich, sowie der Beratung, Finanzierung und Pilotierung von diversen Klimaprojekten leistet der Landkreis Karlsruhe einen signifikanten Beitrag zum globalen Klimaschutz.

Deutsch-Brasilianischer Jugendaustausch

Der deutsch-brasilianische Jugendaustausch wurde zum ersten Mal 2012 durchgeführt und ist federführend in den Beruflichen Schulen in Bretten und der Handelslehranstalt in Bruchsal verankert. Seit 2014 finden beide Jugendbegegnungen im Landkreis Karlsruhe und in Brusque, Santa Catarina innerhalb eines Jahres statt und werden von den Lehrkräften beider Schulen begleitet. Dank der Unterstützung der Schulleitungen und des persönlichen Einsatzes der betreuenden Lehrer der Beruflichen Schulen Bretten und der Handelslehranstalt Bruchsal ist der deutsch-brasilianische Jugendaustausch ein großer Erfolg.

Bei beiden Jugendbegegnungen wird im jeweiligen Land ein interessantes Besuchs- und Besichtigungsprogramm geboten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leben während ihres Austausches in den Familien der jeweiligen Austauschpartner und bekommen so durch eigene Anschauung einen intensiven Eindruck über die jeweiligen Lebensgewohnheiten, kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Der Austausch dient dem besseren Verstehen von Menschen und Kultur.

Daneben sollen auch, im Hinblick auf die deutsch-brasilianische Klimapartnerschaft des Landkreises Karlsruhe mit Brusque, klima- und umweltschutz- relevante Themen aufgegriffen werden. Die Jugendlichen sollen die weltweiten Zusammenhänge und globale Gefährdungen erkennen und verantwortliches Handeln lernen.